Jahresveranstaltung 2007 - Bilder und Berichte
OCG Jahresveranstaltung - Bericht vom Abendevent
Präsidentschaftsübergabe
Bilder von der Abendveranstaltung
OCG-Generalseketär Eugen Mühlvenzl eröffnet die Abendveranstaltung, die dem Thema „Die Wissensgesellschaft aus Sicht der Politik, Forschung und Wirtschaft“ gewidmet war – und zu der als besonderer Höhepunkt auch OCG-Gründungspräsident Univ.-Prof. Dr. Heinz Zemanek erschien.
Der erste Programmpunkt war die offizielle Übergabe der OCG-Präsidentschaft von Univ.-Prof. Dr. Gabriele Kotsis an Univ.-Prof Dr. Gerald Futschek, der sich in der OCG besonders durch seine Initiative im Bereich des ECDL einen Namen gemacht hat. Kotsis, die „mit Freude auf die vergangenen vier Jahre“ zurückblickte, sieht alle Lebensbereiche von IT als der Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts beeinflusst: Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik (wo Innovation als Standortfaktor zählt) und Gesellschaftspolitik (mit Aspekten wie e-Inclusion).
Wunderbare Partnerschaft
Diesen Gedanken griff auch die erste Vortragende der Abendveranstaltung, Ministerin Dr. Claudia Schmied vom BMUKK, auf. Schmied, die sich selbst als „Bundesministerin für Bildung, ergänzt um Aus- und Weiterbildung“ bezeichnete, betonte, dass Bildungspolitik sowohl Gesellschafts- als auch Wirtschaftspolitik betrifft. Ein Beispiel für eine wunderbare Partnerschaft zwischen zwei verschiedenen Bereichen – Wissenschaft und Wirtschaft – stellt für Schmied die Österreichische Computer Gesellschaft dar.
In ihrer Ansprache leitete die Bundesministerin auf den nächsten Programmpunkt über: der Überreichung von ECDL Zertifikaten an „leidenschaftlich motivierte Jugendliche“, die als Patienten des St. Anna-Kinderspitals die Prüfung für den Europäischen Computer Führerschein bestanden haben.
Zertifikate für leidenschaftliche Motivation
Seit fünf Jahren wird krebskranken Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten, sich im Rahmen ihres Aufenthaltes im St. Anna Kinderspital auf den ECDL vorzubereiten und die entsprechenden Prüfungen abzulegen. Dr. Reinhard Topf, Leiter der psychosozialen Abteilung im St. Anna Kinderspital, gab einen Einblick in Zahlen und Fakten – 204 Jugendliche, die unter teils intensivmedizinischen Konditionen an der ECDL Initiative teilnehmen – und nicht zuletzt deren Bedeutung: 80% der durch schwere Kämpfe gezeichneten 10-12-Jährigen nutzen dieses Angebot, das für sie eine wichtige Brücke zur Außenwelt darstellt.
Ministerin überreicht Urkunden
Neun dieser Jugendlichen wurden im Rahmen der OCG Jahresveranstaltung von Bundesministerin Schmied ECDL Zertifikate überreicht. Der jüngste unter ihnen war elf, der älteste – der den ECDL Advanced Expert erhielt und mittlerweile selbst als ECDL Ausbilder tätig ist – 21 Jahre alt. Die verliehenen Nachweise zeichneten sich nicht nur durch die prominente Überreicherin, sondern auch durch eine technische Neuerung aus: So handelte es sich um die ersten ECDL Zertifikate, die über eine digitale Signatur als zusätzliches Sicherheitsmerkmal verfügen.
Dank erging nicht nur an Dr. Topf, sondern auch an Dr. Ulrike Leiss (Klinische und Gesundheitspsychologin an der AKH Kinderklinik) und die zwei Repräsentanten der Projekt-Sponsorfirmen: Manfred Brandner, Geschäftsführer der Firma bitmedia und Thomas Lutz, PR & Corporate Affairs Manager und Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich. Im Namen ihrer Unternehmen überreichten die beiden Führungskräfte Geschenke an die Kinder.
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Bilder von der Zertifikatsverleihung
Für ihr zehnjähriges Engagement im Bereich des ECDL wurden auch Min.Rat Dipl.-Ing. Mag. Dr. Christian Dorninger, Min.Rat DI Dr. Robert Kristöfl und Dr. Ernst Karner (IT in der Bildung GmbH) mit Urkunden geehrt.
ECDL ist zehn
Im Anschluss an die Zertifikatsüberreichung referierte OCG-Neo-Präsident Futschek über „10 Jahre Europäischer Computer Führerschein“. Er verschaffte einen Überblick über das ECDL Team, die Test Center und Wirtschaftspartner, stellte die verschiedenen ECDL und OCG Zertifikate vor und berichtete über die Geschichte des ECDL in Österreich. Die Initiative, die 2001 den 10.000sten und 2004 den 100.000sten Absolventen feierte, kann zahlreiche Highlights verbuchen: 1998 den Beginn der ECDL Tests an Schulen, 2002 die erste Zugtaufe, 2005 den Startschuss für den ECDL barrierefrei. Mit 30.000 Absolventen pro Jahr und über 300 akkreditierten Test-Centern befindet sich Österreich im europäischen ECDL Spitzenfeld – und übertrifft somit die ursprünglichen Erwartungen bei weitem.
Präsentation 10 Jahre ECDL in Österreich
Wir sind das Web
Einen philosophischen Blick auf das Thema Wissensgesellschaft warf Dr. Ralph Dum von der Europäischen Kommission. In seinem Vortrag „Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft in einer vernetzten Welt“ stellte er sich die Frage „Was haben IKT wirklich für uns getan?“ Eine Menge – so der Vortragende. Während das Internet 1995 noch als Verwirklichung der Bibliothek von Alexandria gesehen wurde, ist zehn Jahre später dank Social Software wie YouTube und Wikipedia Eines klar: „Wir selbst sind das Web“. Dieses Web ist offener Wirtschaftsraum, sozialer Barometer und kollektives Gedächtnis zugleich. Auch im Bereich der Ökologie sind IKT von entscheidender Bedeutung, indem sie zum Beispiel durch den Einsatz von Modellen zur globalen Erwärmung zur Bestandsaufnahme dienen.
IT als Triebfeder
Die Abschlussrede wurde von Min.Rat Mag. Reinhard Goebl vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gehalten, der in der Technologie „die wesentliche Triebfeder der Informationsgesellschaft“ sieht. Goebl präsentierte das Programm FIT-IT, das eine Initiative des BMVIT zur Förderung anspruchsvoller IT-Forschung in Österreich darstellt und jährlich mehr als 10 Millionen Euro für wesentliche IT-Innovationen zur Verfügung stellt. Er zitierte aus dem WIFO-Weißbuch 2006, in dem der Technologie ein Drittel der Wachstumssteigerung zugesprochen wird – wobei IT eine besondere Rolle spielt. Österreichs internationale Spitzenposition wurde von Goebl besonders hervorgehoben.
Stichwort nicht-formales Lernen: Nicht nur der Geist, sondern auch die Sinne wurden im Rahmen der Veranstaltung angeregt. Für den Gaumen gab es das ausgezeichnete Buffet, für die Augen die Holzkassetten- und Freskodecken des Palais Niederösterreich, und für die Ohren die Lieder des Sänger Jengis. All dies war zwar nicht Teil der in den zahlreichen Vorträgen vermittelten Information, ein Nutzen mag sich dennoch weisen. Wenn nicht, dann war es einfach nur schön.
Text: Lucy Traunmüller






