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Jahresveranstaltung 2007

OCG Office

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21. 03. 2012: 
OCG Talk am Campus: erster Termin mit Max Schrems über die Facebook und Privacy an der FH OÖ, Campus Hagenberg
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OCG Generalversammlung: 
Die Generalversammlung der OCG findet am Dienstag, den 8. Mai 2012, im TechGate Vienna statt.

Jahresveranstaltung 2007 - Bilder und Berichte

OCG-Jahresveranstaltung 2007

„Lebensbegleitendes Lernen mit IT“ als Veranstaltungsmotto

Bilder von Workshop und Ausstellung

Drei L als Programm: „Lebensbegleitendes Lernen (LifeLong Learning) mit IT“ war das Motto der diesjährigen OCG-Jahresversammlung, die am 28. März 2007 in der Wiener Innenstadt stattfand. Veranstaltungsort war das prachtvolle und aufwändig renovierte Palais Niederösterreich in der Herrengasse.

Nach der am Vormittag abgehaltenen OCG-Vorstandssitzung und Generalversammlung fand am Nachmittag ein zweiteiliger Workshop statt, an dem ca. 140 Interessierte teilnahmen. Der erste Teil des Workshops behandelte „Die Rolle des Bildungsbereichs“ in Bezug auf lebensbegleitendes Lernen. Moderiert wurde er von Univ.-Prof. Dr. Gerti Kappel (TU Wien).

Homo Zappiens

Den Auftakt zur Vortragsreihe machte Min.Rat Dipl.-Ing. Mag. Dr. Christian Dorninger, der die Geschäftsführung der IT-Lenkungsgruppe im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) innehat. Er berichtete über LLL mit IT und präsentierte Wim Veens griffiges Konzept des „Homo Zappiens“ – des junges Menschen, der mit PC-Maus und Fernbedienung in der Hand aufgewachsen ist und Wissen aus diskontinuierlichen Informationsquellen verarbeitet. Die auf die Multitasking-Generation ausgerichtete und (in Anlehnung an Web 2.0) „Lernen 2.0“ genannte Wissensvermittlung basiert auf e-Learning. In Österreich wurde für den schulischen Bildungsbereich das Projekt „e-learning-Cluster“ (e-LC) eingerichtet, in dessen Rahmen Schülern das Lernen von Web-basierten Inhalten als Teil eines virtuellen Netzes vermittelt werden soll.

Schüler lernen mit dem PDA

MAS Petra Haller, Lehrerin an der Wiener Kooperativen Mittelschule Wiesberggasse, berichtete über ein Handheld-Projekt in der Sekundarstufe I. Bei „PDA macht SCHULE“ handelt es sich um ein zweijähriges Pilotprojekt, in dem Schüler im Alter von elf bis dreizehn Jahren tragbare Computer als Arbeitswerkzeug verwenden. Die Geräte verfügen über mobile Office-Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Multimedia (Foto, Video, Audio) und Internet-Zugang. Haller, die als Trainerin im Projekt fungiert, berichtet über kurze Lernkurven, da der PDA dem (den Schülern wohlvertrauten) PC entspricht. Für die Synchronisierung der PDAs sowie deren Aufladung sind die Schüler selbst verantwortlich. Somit lernen sie nicht nur die Bedienung des Geräts, sondern auch Sorgfalt im Umgang mit demselben.

Lehrende als Lernbegleiter

a.o. Univ. Prof. Dr. Erich Neuwirth von der Fakultät für Informatik (Universität Wien) referierte über „Lebensbegleitendes Lernen und IT“. Er wies auf die neue – reduzierte – Rolle des Lehrenden als Lernbegleiter (statt jener des Wissensvermittlers) hin und zeigte die Gefahr auf, Lernende als bloße Objekte eines Workflows zu sehen. Neuwirth unterstrich die Bedeutung von für neue Arten der Wissensaneignung geeigneten Darstellungsformen. Als Beispiel für innovative Formen der Informationsvermittlung präsentierte der Vortragende grafisch dargestellte Wählerstromanalysen der Nationalratswahl 2006 anhand einer Österreichkarte, auf der die einzelnen politischen Bezirke in der ihrer Einwohnerzahl entsprechenden Größe angezeigt sind. Die Gewichtung der einzelnen Parteien ist in entsprechend starker Einfärbung abgebildet. Dank der Grundfarbgebung der Parteien lassen sich auch Mischergebnisse gut anzeigen. („Ois braun“, kommentierte eine Dame im Publikum.)

E-Learning-Plattformen

„Lebensbegleitendes eLearning“ war das Thema des Vortrags von Min.Rat DI Dr. Robert Kristöfl, der als Leiter der Informatikabteilung im BMUKK tätig ist. Er präsentierte verschiedene vom

BMUKK betriebene Lernportale: das auf Unterrichtende in Laptop-Klassen ausgerichtete „e-teaching-austria“, die Site bildung.at, die auch für den tertiären Bildungssektor und die Erwachsenenbildung Orientierung bietet, sowie das vom Bildungsnetzwerk Burgenland getragene bildungsserver.com-Portal für Schüler, Lehrer und Eltern. Darüber hinaus stellte Kristöfl verschiedene E-Learning-Plattformen – wie etwa edumoodle – vor. Diese ermöglicht allen österreichischen Schulen und Bildungsinstitutionen die Nutzung der Open-Source-Software Moodle, ohne zu diesem Zweck einen spezifischen Server betreiben zu müssen.

Der zweite Teil der Nachmittagsveranstaltung stand unter dem Motto „Die Rolle der Wissenschaft und Wirtschaft“ und wurde von Dr. Hans-Georg Fill (Fakultät für Informatik der Universität Wien) moderiert.

Erasmus für die ganze Uni

Das EU-Programm „Lebenslanges Lernen“ war das erste Vortragsthema des zweiten Workshop-Blocks. Mag. Ernst Gesslbauer, Leiter der Nationalagentur Lebenslanges Lernen im Österreichischen Austauschdienst (ÖAD), stellte die neue Programmgeneration vor. Diese umfasst Maßnahmen zur Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung und unterstützt in guter Tradition sowohl europäische als auch nationale Ziele. In der neuen Struktur finden sich vertraute Projektnamen wieder: Comenius für den Bereich der Schulbildung und Leonardo da Vinci für jenen der Berufsbildung. Das auf Studierende ausgerichtete Erasmus-Programm will nun auch die Mobilität von Lehrenden sowie des allgemeinen Hochschulpersonals begünstigen. Einen neuen Förderungsansatz bildet Grundtvig, das sich an Personen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung richtet.

E-Portfolios für informelles Wissen

Univ.-Prof. Dr. Peter Baumgartner, Leiter des Departments für Interaktive Medien und Bildungstechnologien an der Donau-Universität Krems, referierte über „Die Rolle von E-Portfolios beim Lebenslangen Lernen“. Dabei definierte er die Begriffe des „nicht-formalen Lernens“ (einer geplanten Aktivität, die nicht explizit als Lernen verstanden wird, jedoch ein Lernelement beinhaltet) und des „informellen Lernen“, das zwar nur ein zufälliges Ergebnis aus Alltagsaktivitäten darstellt, jedoch 80% des gesamten Lernvolumens ausmacht. Österreich, europäischer Spitzenreiter im formellen Bildungsbereich (dem Schul- und Hochschulsystem), hat bei der Anerkennung von nicht-formalen und  informellem Lernen noch viel Aufholbedarf. Nötig sind daher neue Formen der Wissensbestätigung, wie etwa das E-Portfolio. Dieser dynamische Bildungspass erlaubt verschiedene Sichtweisen (Views) auf die gewünschte Information, verweist auf authentische Dokumente und verfügt über Reflexions- und Feedback-Funktionen.

Spaß ist Muss

Allgemeine und pragmatische Betrachtungen über die Rolle des lebenslangen Lernens im Umfeld der Universitäten und Fachhochschulen vermittelte Mag. Andrea Ecker, die im BMUKK für E-Learning im tertiären Bereich verantwortlich ist. Sie betonte die – in diesem Workshop mehrfach erwähnte – Wichtigkeit des Spaßfaktors, ganz nach dem Grundsatz: Was Spaß macht, darf auch schwierig sein. Universitäten und Fachhochschulen müssen nach Ecker „Kontext im Content-Dschungel schaffen“. So sollen Interessierte imstande sein, sich durch eine bessere Online-Studieninformation über Angebote für und Erwartungen an Studierende zu informieren, was zu niedrigeren Drop-Out-Raten und kürzeren Studienzeiten führen könnte. Als positives Pionierbeispiel hob sie das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Linz hervor, das einzige österreichische E-Learning-Diplomstudium.

Erfolg durch Förderung

DI Christoph Raber, der in der Abteilung Forschung und Technologie im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) tätig ist, behandelte das Thema E-Learning im Zusammenhang mit E-Commerce bzw. E-Business. Er präsentierte Forschungsinitiativen wie das auf Digital Content Engineering spezialisierte Salzburg New Media Lab (SNML) oder die Research Studios Austria (RSA), die Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen e-Technologien, Smart Contents, etc. anbieten. Erfolge, so Raber, stellen sich durch Kooperation und Förderungen ein. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mit ihren Competence Centers for Excellent Technologies (COMET) und dem Förderprogramm „BRIDGE“.

Austeller

Aussteller bei der OCG-Jahresversammlung 2007 waren

  • KEA Wirtschaftstraining, die EBC*L Repräsentanz Österreichs,
  • das UbiqVistas Konsortium,
  • bit media e-Learning solution,
  • Microsoft Österreich,
  • der deutsche HERDT-Verlag für Bildungsmedien GmbH,
  • das Nationale Europass Zentrum (NEC Österreich),
  • IT in der Bildung GmbH,
  • WIFI Österreich
  • ats AG – Accelerated Teaching Solutions AG

Text: Lucy Traunmüller