Band 143

Internet als Qualifizierungsmedium


unter besonderer Berücksichtigung der Sicht von arbeitslosen Jugendlichen

Editor: Edeltraud Hanappi-Egger, Sybille Reidl, Arzu Wernhart
130 pages, EUR 15,30 / 18,90

Abstract

Sich rasch ändernde Ansprüche an Qualifikationen, denen nur sehr schwer durch entsprechende Maßnahmen im Bildungsbereich genüge getan werden kann, haben zu einem Grundsatz geführt, der es an einzelne Personen delegiert, sich den neuen Anforderungen zu stellen. "Lebenslanges Lernen" referiert auf die prinzipielle Bereitschaft, sich das jeweils aktuelle Wissen anzueignen bzw. sich weiterzubilden. In diesem Zusammenhang werden oft neue Technologien genannt, die eine wichtige Quelle des lebenslangen Lernens darstellen. Das Internet, so wird antizipiert, wird eine immer wichtigere Rolle auch im Bildungsbereich darstellen. Hier knöpft das am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien vom 1.10.99 bis 30.6.00 durchgeführte Forschungsprojekt zum Thema "Internet als Qualifizierungsmedium unter besonderer Berücksichtigung der Sicht von arbeitslosen Jugendlichen" (GZ:61099) an. Von Interesse war, welche Möglichkeiten es bereits gibt, sich als Privatperson ohne formale Bildungswege beschreiten zu müssen, über Internet durch die Absolvierung sogenannter Telelern-Kurse weiterzubilden. Daher steht im Vordergrund das Szenario: Mann/Frau möchte sich weiterbilden, sucht Kurse über Internet, die zum einen ohne formalen Bildungsweg absolviert werden können, zum anderen aber doch von Bildungsinstitutionen angeboten und zertifiziert werden. Das heißt, von Forschungsinteresse war nicht so sehr wie klassische formale Bildungswege über Internet abgewickelt werden (Stichwort virtuelle Universität, virtuelle Schule etc.), sondern tatsächlich die Frage nach einem allgemein zugänglichen "Bildungsmarkt", wenngleich dort, wo es interessant erschien, Exkurse zu traditionellen Bildunsginstitutionen unternommen wurden (wie z.B. zu Fernstudien, Fachhochschulen etc.).

Ziel dieser Studie war es also, zum einen einen Überblick über entsprechende Telelernangebote in Österreich zu erheben und zum anderen, zu untersuchen, wie dieses Lern- und Qualifizierungsangebot gestaltet werden müßten, um den speziellen Bedürfnissen von arbeitslosen Jugendlichen zu genügen, eine Gruppe, die in der Regel "vergessen" wird, wenn generell von Jugendlichen und Internet, Informationsgesellschaft etc. die Rede ist. In diesem Sinne unternimmt also die Studie den Versuch, die spezifische Situation einer ansonsten vernachlässigten Gruppe in Zusammenhang mit neuen Technologien zu beleuchten.