Arbeitskreis Bioinformatik - Aufgaben und Ziele
Ziele und Aufgaben:
- Laufende Information und Erfahrungsaustausch der Mitglieder über den Forschungsstand der Bioinformatik
- Aufbau von neuen und Intensivierung von bestehenden Kooperationen zwischen InformatikerInnen und LebenswissenschafterInnen der Bereiche Biologie, Chemie, Physik, Mathematik etc.
- Aufbau von neuen Kontakten zu nationalen und internationalen WissenschafterInnen
- Intensivierung der Forschung auf dem Gebiet der Bioinformatik in Österreich
- Förderung von Publikationen auf dem Gebiet der Bioinformatik
- Technologietransfer von Forschungsergebnissen in die Industrie sowie Förderung der Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft
- Entwicklung und Koordination eines Curriculums für die Bioinformatik in Österreich
- Öffentlichkeitsarbeit: Inhalte und aktuelle Forschungsaktivitäten der Bioinformatik sowie das Profil sowie das Profil eines ausgebildeten Bioinformatikers soll einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden
Hierzu werden Konferenzen, Workshops, Symposien, Gastvorträge, Summer-/Winter-Schools und Informationsveranstaltungen organisiert.
Motivation:
Die Lebenswissenschaften werden das 21. Jahrhundert dominieren. Ist die komplexe Funktionsweise der Zelle verstanden und kann diese am Computer simuliert werden, so können gegen unzählige Krankheiten Gegenmittel entwickelt werden und die Industrie würde von neuen Nanomaschinen entscheidend geprägt sein. Doch zur Zeit sind wir noch weit davon entfernt. Die Bioinformatik ist die Schlüsseltechnologie, um diesem Ziel näher zu kommen. Schon bei einem der größten Fortschritte der Menschheit, der Entschlüsselung des menschlichen Genoms, spielte die Bioinformatik eine entscheidende Rolle.
Die Euphorie nach der Genomentzifferung wurde jedoch schnell gedämpft, da aus dem genetischen Code weder Struktur noch Funktionsweise der durch die Gene codierten Proteine abzulesen war. Darüber hinaus ist der Code nicht einmal eindeutig. Die ca. 30.000 Gene des Menschen codieren um die 300.000 Proteine, da der genetische Code je nach Zustand der Zelle verschieden interpretiert wird. Unverstanden ist größtenteils, nach welchen Regeln das Lesen des genetischen Codes abläuft, damit die Zelle das entsprechende Protein bauen kann. Aber auch nach dem Lesen des Codes wird die Proteinproduktion noch durch verschiedene Mechanismen auf die eine oder andere Art und Weise beeinflusst.
Hier wird die Bioinformatik eingesetzt, um Strukturen in biologischen Daten zu erkennen und aus ihnen die Funktionsweise der Zelle zu extrahieren. Neben den Genomdaten befasst sich die Bioinformatik auch mit den Daten aus molekularbiologischen Messtechniken, wie beispielsweise der Röntgenstrahlenkristallographie, der magnetischen Resonanzspektroskopie, der Massenspektrometrie, der atomaren Kraftmikroskopie, der Flureszenzmikroskopie, sowie der Microarray- und Proteinarraytechnik. All diese Daten werden durch Methoden der Bioinformatik verwaltet, analysiert, interpretiert, miteinander verglichen und simuliert.






