In den Niederlanden beschränken sich E-Voting Projekte hauptsächlich auf den Einsatz von Wahlmaschinen, 2004 wurde allerdings anlässlich der Vertretungswahlen des lokalen Wasserversorgers „Hoogheemraadschap“ der Region Rijnland ein großangelegtes Online-Voting Pilotprojekt mit rund zwei Millionen potentiellen Wählern durchgeführt.
Wahlmaschinen in den Niederlanden:
Die Verwendung von Wahlmaschinen zur Stimmabgabe geht in den Niederlanden zurück bis in die zweite Hälfte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts, mittlerweile werden in den meisten Teilen des Landes bereits Wahlmaschinen zur Stimmabgabe verwendet.
Die größere Aufmerksamkeit bei Auswahl und Einsatz dieser Maschinen kam jedoch der Benutzerfreundlichkeit und Kosteneffizienz zu, über sicherheitstechnische Aspekte und die Nachvollziehbarkeit der in den Maschinen ablaufenden Prozesse wurde bisher wenig nachgedacht, weswegen sich zahlreiche kritische Stimmen gegen den Einsatz von Wahlmaschinen in dieser Form äußern.
Im Besonderen wird die mangelhafte Nachvollziehbarkeit der in den Wahlmaschinen ablaufenden Prozesse sowie die fehlende Funktion des Ausdruckens der abgegeben Stimme zur Nachvollziehbarkeit bemängelt.
Die meisten verwendeten Wahlmaschinen werden von der niederländischen Firma Nedap produziert, welche aus urheberrechtlichen Gründen den Sourcecode der Wahlmaschinen bisher nicht preisgegeben hat.
Pilotprojekt in Rijnland 2004:
Im Rahmen der Vertretungswahlen des Wasserversorgers „Hoogheemraadschap“ in der Region Rijnland im Jahr 2004 wurde ein großangelegtes Pilotprojekt zum Test von Distanzwahlsystemen durchgeführt.
Den rund zwei Millionen Wahlberechtigen Einwohnern der Region standen die Stimmabgabe mittels Brief oder die Stimmabgabe mittels E-Voting über das Internet zur Verfügung.
Für die Stimmabgabe über das Internet wurde das vom Unternehmen eigens dafür entwickelte „Rijnland Internet Election System“ (RIES) verwendet, welches rund 70.000 Wahlberechtigte tatsächlich benutzten.
RIES basiert vor allem auf der Verwendung der Technik der Public-Key-Kryptographie, außerdem ermöglicht es den Wählern eine nachträgliche Überprüfung der abgegebenen und ausgezählten Stimmen auf ihre Korrektheit.