AK HCI&UE - Aufgaben und Ziele
Leitsatz: "The old computing is about what computers can do; the New Computing is about what people can do (Ben Shneiderman, 2003)"
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Überblick
In allen Bereichen von Informations- und Kommunikationssystemen hängt die Akzeptanz beim Benutzer wesentlich von der ergonomischen Gestaltung der Benutzerschnittstelle ab. Benutzer wollen klare Mehrwerte. Sie wollen bestmöglich in ihrer Arbeit unterstützt werden. Daher wird der Arbeitsbereich Mensch-Maschine Kommunikation (Human–Computer Interaction) und Usability für die Industrie immer wichtiger. Allerdings ist im deutschsprachigen Raum dieser Bereich immer noch stark unterrepräsentiert und - obwohl es Ansätze zur benutzerzentrierten Softwareentwicklung (User Centered Development, UCD) seit fast 20 Jahren gibt - klafft immer noch eine große Lücke zwischen Theorie und Praxis. Zum Beispiel werden in der Praxis immer noch Softwareprojekte zu weiten Teilen auf Code-Ebene entworfen. Fast zwangsläufig gerät dabei der End-Benutzer - also der Mensch - aus dem Blickwinkel der Softwareentwickler. Erfolgreiche Systeme sind leicht und intuitiv bedienbare Systeme. Ausschlaggebend für diesen Erfolg sind die Erkenntnisse aus dem Bereich der Forschung aus Human–Computer Interaction (HCI) die im Usability Engineering (UE) ihre praktische Umsetzung erfahren.
Einführung: Mensch-Maschine Kommunikation und Usability
Mit Hilfe moderner Systeme der Informationstechnik & Informatik können wir heute in vielen Bereichen (Haushalt, Verkehr, Medizin usw.) mit Computern interagieren; vielmehr noch sind doch solche Systeme bereits heute ein integraler Bestandteil unserer Umwelt im täglichen Leben. Mit dem technischen Fortschritt werden diese Systeme allerdings nicht nur mächtiger und effizienter, sondern erlauben zunehmend komplexere Mensch-Maschine Interaktionen. Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Human-Computer Interaction (HCI) und Usability Engineering (UE) beschäftigt sich mit Problemstellungen und Lösungen zu einer weitgehend intuitiven, natürlichen, multimodalen Interaktion zwischen dem Menschen und Computern. Computer verändern dabei aber zunehmend ihr Aussehen. Neue Computertechnologien ermöglichen die revolutionäre Entwicklung weg vom klassischen Desktop Computer (PC) hin zu ubiquitären (überall verfügbaren) und pervasive (durchdringenden) Informationstechnologien. HCI&UE untersucht nun alle Formen der Interaktion (d.h. alle Modalitäten), die dem Menschen zur Verfügung stehen. Sowohl die Informationsdarstellung und Informationsverarbeitung seitens der Maschine, als auch die Interaktionstechniken zwischen Mensch und Computer stehen dabei im Fokus; z.B. Text und Grafik, Sprache, Töne und Musik, Haptik, Gestik und Mimik, Emotionen, Geruch und Geschmack. Die Spannweite reicht von allgegenwärtigen häufig mobilen Systemen (Ubiquitous Computing), bis hin zu hochkomplexen Applikationen, die immer häufiger unter Einbeziehung vielfältiger Modalitäts- und Realitätsformen (Virtual, Augmented und Mixed Reality) konzipiert werden. Gleichzeitig werden immer mehr Dienstleistungen im Web angeboten. Dabei umfassen z.B. potenzielle Benutzergruppen alle Bürger einer Stadt (e-Government) oder alle Mitarbeiter einer Organisation (z.B. Krankenhaus) bei Intranet-Anwendungen. Daraus folgt, dass die angesprochenen Benutzergruppen durch eine extreme Heterogenität hinsichtlich Alter, Fähigkeiten, Motivation usw. gekennzeichnet sind. Usability Engineering wird vor diesem Hintergrund mehr und mehr zu einem Schlüsselkriterium für Akzeptanz und Markterfolg entsprechender Systeme.
Themenbereiche des Arbeitskreises
- User-Interface Design & Development (inklusive mobile computing, wie z.B. RFID, Smartphone, Handy, PDA, Pocket-PC, Tablet-PC usw.)
- Audible User Interfaces
- Informationsvisualisierung
- Innovative neue Benutzerschnittstellen (Future Interfaces)
- Usability von Virtual- und Augmented Reality Systeme
- Ambient Intellgence
- Kooperative Systeme
- Intuitive Mensch-Technik Interaktion
Aufgaben und Ziele
Der Arbeitskreis HCI&UE stellt sich zur Aufgabe die Vernetzung von Industrie und Hochschulen zu fördern, Synergien und Wissensaustausch zu ermöglichen und damit das Fachgebiet HCI&UE im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Zu den Zielen zählen:
- Bewusstseinsbildung in Industrie, Hochschulen und Öffentlichkeit für das Fach
- Förderung der Kooperation zwischen Industrie und Forschung
- Förderung von Kooperationen, z.B. auch in der Nutzung technischer Infrastruktur
- Informationsplattform für HCI & Usability Interessierte
- Bildung eines “Networks of Excellence” – Mehrwert für AK-Teilnehmer
- Bewusstseinsbildung über vorhandenes Expertenwissen im AK
- Synergien, Wissensaustausch und Veranstaltungen an unterschiedlichen Standorten (Vorträge, Workshops, Symposien, Tagungen)
Aktuelle Literatur (Auswahl)
Holzinger, Andreas (2005) Usability Engineering for Software Developers. Communications of the ACM, 48, 1, 71-74. Online at: http://user.meduni-graz.at/andreas.holzinger/holzinger
Holzinger, A. & Errath, M. (2004) Designing Web-Applications for Mobile Computers: Experiences with Applications to Medicine. In: Stephanidis, C. & Stary, C. (Eds.) User-Centered Interaction Paradigms for Universal Access in the Information Society. Lecture Notes of Computer Science. Vol. 3196. Berlin, Heidelberg, New York, Springer, 262-267.
Holzinger, A. (2004) Application of Rapid Prototyping to the User Interface Development for a Virtual Campus. IEEE Software, 21, 1, 92-99.
Kontakt:
Mag. Christine Haas
OCG
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