7. Informatiktag 2015

Kostenlose Fortbildung für Lehrende ab der Sekundarstufe
Datum: 
Montag, 28.09.2015, 09:00
Ort: 

Hauptgebäude der TU Wien
Karlsplatz 13
Kuppelsaal
Registrierung: Stiege 1, 3.Stock
1010 Wien
 

Innovative Zugänge zur Informatikdidaktik sollen Lehrenden der ent­sprechenden Fachgebiete Informatik, Angewandte Informatik und Informations­manage­ment bzw. Medieninformatik in didaktisch gut aufbereiteter und im Unterricht verwertbarer Form zu­gänglich gemacht werden. Die Veranstaltung richtet sich an allen Lehrenden, die an Pflichtschu­len, allgemeinbildenden sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen Infor­matik unterrichten, sich der Entfaltung der Digitalen Kompetenz widmen bzw. Informations­techniken im Unterricht einsetzen.

Programm (Stand 14. September 2015)

08:30
Registrierung
 
 
09:00 - 09:15
Eröffnung, Begrüßung
200 Jahre TU Wien
Markus Klemen,
OCG Präsident
Gerald Futschek,
TU Wien
 
09:15 - 10:45
Keynotes
Moderation: Renate Motschnig,
Universität Wien
 
 
Sylvana Kroop,
ZSI
 
10:45 - 11:15
Kaffeepause
 
 
11:15 - 12:15
Keynote und Organisatorisches
 
 
 
Robert Sablatnig,
TU Wien
 
 
Kurzvorstellung der Workshops
Moderation: Gerald Futschek,
TU Wien
 
12:15 - 13:00
Mittagspause
 
 
13:00 - 14:30
Workshopblock I
 
 
 
Gerald Futschek
 
14:30 - 14:45
Kaffeepause
 
 
14:45 - 16:15
Workshopblock II
 
 
 
Daniel Pfeiffer
Stefan Reiböck
 
 
Bernhard Löwenstein
Klaus Marterbauer
 
16:15 - 16:45
Christian Dorninger
Christian Schrack, beide bmbf
 

 

Abstract Keynotes

Neurodidaktik in der Praxis – Effektiv Lehren und Lernen im Informatikunterricht
Barbara SabitzerBasierend auf Erkenntnissen der Gehirn- und Gedächtnisforschung sowie Didaktik, Pädagogik und Psychologie erforscht die Neurodidaktik, wie das Gehirn lernt und wie es dabei unterstützt werden kann. Der Vortrag widmet sich verschiedenen Aspekten eines „gehirngerechten“ Unterrichts (und zeigt anhand von praktischen Beispielen aus Primar- und Sekundarstufe, wie die Berücksichtigung neurodidaktischer Prinzipien im Informatikunterricht zu mehr Motivation, mehr Verständnis und einem besseren Lernerfolg führen kann.

Über Barbara Sabitzer
Barbara Sabitzer habilitierte an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in Allgemeiner Didaktik unter besonderer Berücksichtigung der Informatikdidaktik, unterrichtet Spanisch an der HLW St. Veit und lehrt an der PH und der FH Kärnten. Ihre Forschungsinteressen sind Neurodidaktik in der Praxis, Informatikkonzepte und Computational Thinking in der Primarstufe sowie im Sprachunterricht und COOL (Cooperatives Offenes Lernen). Sie veröffentlichte außerdem Lehrbücher für mehrere Fremdsprachen. 

 


Wikipedia als Open Educational Ressource
An Universitäten ungern gesehen und doch so beliebt, hat die Wikipedia spätestens seit der qualitativ unerwartet guten Bewertung durch die Nature-Studie im Jahre 2005 auch in der Wissenschaft zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Im Vortrag "Wikipedia als Open Educational Ressource" wird der Einsatz der Wikipedia in einem nationalen und einem internationalen Forschungsprojekt vorgestellt. Die Ergebnisse dieser Langzeit-Studien und die daraus resultierenden Anforderungen und Herausforderungen für Schulen als auch Hochschulen werden reflektiert und diskutiert. Welchen veränderten Kompetenzbedarf gibt es, um Open Educational Ressourcen wertschöpfend nutzen zu können?

Über Sylvana KroopSylvana Kroop
Kroop, Sylvana is senior researcher and manages R&D projects in the field of Technology Enhanced Learning (TEL) at Centre for Social Innovation (ZSI) in Vienna, Austria. She is senior lecturer at the University of Vienna. In her past (1991-2001) she worked as executive assistant CEO in the private sector where she managed five hotels in Berlin/Germany and surroundings. In 2000 she became part of the research and teaching staff of the Media Faculty at Technical University of Berlin. As full-time-researcher in TEL she gained more experience in R&D projects at Bauhaus University Weimar, Germany and University of Vienna, Austria. She gives lectures at University of Vienna as well as Ferdinand Porsche University of Applied Sciences in Vienna. Her research is focused on ICT based innovative pedagogical approaches and the relation between technological and social innovations. Currently (2015) she is on parental leave.
 


Computer Vision – Wie „sieht“ der Computer?
Computer sind in ihrer Fähigkeit, mit der Welt und mit den menschlichen Benutzern interagieren noch eingeschränkt, weil sie nicht “sehen” können. Wenn man sich mit Computer-Vision beschäftigt, so muss man auch die Physik der Welt verstehen, zum Beispiel wie das Licht an Oberflächen reflektiert wird, wie sich Objekte bewegen, und wie alle diese Informationen auf ein Bild durch die Optik der Kamera projiziert werden. Es erfordert die Entwicklung von Algorithmen, die einige dieser physikalischen Eigenschaften aus einem oder aus mehreren Bildern rekonstruieren. Dieses „inverse“ Problem ist eigentlich ein großes Puzzle. Informationen gehen verloren, wenn die dreidimensionale Welt auf ein zweidimensionales Bild projiziert wird - wie können wir nun diese Informationen aus einem Bild wiederherstellen? Dieser Vortrag zeigt die grundlegenden Algorithmen die dieses Ziel erreichbar machen und entwickelt Methoden zur Lösung verschiedener inverser Probleme.ao Univ. Prof. Dr. Robert Sablatnig

Über Robert Sablatnig
ao Univ.Prof.Dr. Robert Sablatnig leitet seit 2010 das Computer Vision Lab, am Institut für Rechnergestützte Automation der TU Wien, dessen Leiter er seit 2005 ist. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen 3D Computer Vision, Video-Daten-Analyse, Automatische Dokumentanalyse, multispektrale Bildverarbeitung, Virtual- und Augmented Reality und Anwendungen in Industrie und Bewahrung des Weltkulturerbes. Er ist Mitglied in vielen Programmausschüssen und Editorial Boards für internationale Konferenzen und Journale sowie Gutachter für internationale Fachzeitschriften und Konferenzen, ist im Vorstand der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Mustererkennung (AAPR / OAGM der österreichische Zweig der IAPR) und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Computer Vision.
 


Abstract Workshops

Tamara SchullerGamification im Informatikunterricht mit Moodle
Computerspiele erobern die Kinderzimmer unserer Jugendlichen und fesseln diese für viele Stunden am Tag. Spielszenarien genießen aber nicht nur im privaten Umfeld der Jugendlichen einen hohen Stellenwert, sondern erobern auch die Welt ihrer Eltern. So greifen z.B. viele Sport Apps auf Gamification zurück, um die Motivation zu steigern. Diese Omnipräsenz bietet den Ausgangspunkt, um Gamification motivations- und lernfördernd in den Unterricht zu integrieren und dadurch interessanter zu gestalten.

Über Tamara Schuller
Lehramtsstudium Englisch und Informatik an TU Wien und Uni Wien. Abschluss im SS 2015 mit Diplomarbeit Spielerisches Lernen, Gamification und soziale Kommunikationsformen im kollaborativen Klassenzimmer, seit September 2014 Lehrerin am TGM Wien (Medientechnik, Softwareentwicklung)

 


Verschlüsselung, Theorie und Praxis
Nach einem historischen Überblick über verschiedene tatsächlich eingesetzte Verschlüsselungsmethoden beschäftigen wir uns mit aktuellen Verfahren,
etwa der RSA-Verschlüsselung. Wir diskutieren die Bedeutung symmetrischer und asymmetricher Verschlüsselungsverfahren, insbesondere die Frage,
welche Teile einen Systems geheim gehalten werden müssen. Noch ein weiteres Problem behandeln wir: Bei der Public-Key-Cryptography steht ein Teil der Schlüssen in einer Datenbank, in die jederzeit jeder etwas einspeichern kann. Daher braucht man Mechanismen, die dabei helfen, sicherzustellen,
dasss bestimmte Schlüssel tatsächlich bestimmten Personen zugeordnet werden können. Daher werden wir im Workshop auch eine "key signing party" veranstalten.

Über Erich NeuwirthErich Neuwirth
Erich Neuwirth war bis zu seinem Ruhestand Leiter des Fachdidaktikzentrums für Informatik an der Universität Wien. Er lehrt dort auch heute noch Didaktik der Informatik und bemüht sich dabei, Fragen aus vielen verschiedenen Themengebieten (z.B. auch Musik) als Grundlage informatischer Fragestellungen zu verwenden. Schon ab Mitte der 80er-Jahre forcierte er die Informatik- und IKT-Ausbildung für Lehramtskandidat_innen. Sein Multimedia-Projekt Musikalische Stim- mungen, das Informatik, Musik und Mathematik verbindet, gewann den European Academic Software Award. Er war Gastprofessor in den USA und in Japan und war einer der Mitinitiatoren des Lehramtstudiums Informatik.
 


Algorithmen spielerisch lernen
Algorithmen (Handlungsanweisungen) sind die geistige Grundlage der Programmierung. Ohne geeigneten Plan lässt sich keine Programmieraufgabe zielgerichtet lösen. Aber auch abseits der Programmierung sind Algorithmen die wesentliche Grundlage jeder organisatorischen Tätigkeit.
Es ist nicht nur interessant bereits existierende Algorithmen auf spielerische Art besser kennenzulernen, sondern auch Algorithmen zu erfinden oder zumindest zu entdecken. Das spielerische Umsetzen neu entdeckter Algorithmen erhält einen neuen Aspekt: Es ist das Austesten ob ein Algorithmus  überhaupt funktioniert und effizient ist. Man muss nicht mehr glauben oder beweisen, dass ein Algorithmus stimmt, man kann ihn einfach mit dem Durchspielen austesten und damit auch viel besser verstehen lernen. In dem Workshop werden zu einigen Problemstellungen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Algorithmen erdacht und gemeinsam Univ. Prof. Dr. Gerald Futschekspielerisch erprobt und schrittweise verbessert.

Über Gerald Futschek
Gerald Futschek ist Professor für Praktische Informatik am Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der Technischen Universität Wien. Seine Forschungsinteressen gelten der Fachdidaktik Informatik und der Programmverifikation. Er unterrichtet an der TU-Wien Studierende in den Bereichen Programmierung, Algorithmen, Fachdidaktik Informatik und Programmverifikation. Er betreut den Bundeskurs der Schülerolympiade aus Informatik, leitet den Biber der Informatik Contest für alle Schüler in Österreich und hat den Europäischen Computer Führerschein ECDL in Österreich initiiert.
 


Apps First Programmieren Lernen
Programmieren ist ein Teilgebiet der Informatik, das nach wie vor als komplex und schwer bewältigbar für Novizen gilt. Dieser Umstand hat zweifelsohne einen negativen Einfluss auf die Gesamtleistung der Lernenden, falls dem durch entsprechende Methoden und Motivation nicht entgegengewirkt wird. Der Ansatz „Apps First“ bei der Vermittlung von Programmierkonzepten wird vorgeschlagen, um mehr Interesse am Programmierunterricht zu wecken und Anfänger in dieser Hinsicht zu begeistern.

Eldin DucicÜber Eldin Ducic
Bakk.rer.soc.oec.

Studium der Wirtschaftsinformatik an Universität Wien und TU Wien; Masterstudium Informatikmanagement an der TU Wien
Support Analyst & Technical Consulting bei OpenLink GmbH
 


Programmieren mit 3D Druck
Ist spielerisches Programmieren mit einer CAD Software möglich? Ja! Mit OpenSCAD. Hier werden grundlegende Konzepte wie Schleifen, Anweisungen und Funktionen verwendet um 3D Objekte zu modellieren. Integriertes direktes visuelles Feedback des Progamms motiviert und garantiert einen raschen Lernerfolg für SchülerInnen. Eine aktive Community unterstützt hierbei beim Gestalten und Durchführen von projektbezogenen Unterrichtskonzepten.
Ein Laptop mit der vorinstallierten Software OpenSCAD ist für den Praxisteil des Workshops mitzubringen.
Hier der Downloadlink: http://www.openscad.org/downloads.html

Daniel PfeifferÜber Daniel Pfeiffer
Daniel Pfeiffer studiert Informatik und Informatikmanagement und Mathematik Lehramt an der Uni Wien seit Oktober 2010. Er ist Studienassistent an der Fakultät für Informatik und hat gemeinsam mit Stefan Reiböck und Stephan Pfanner Troxobot Österreichische Gesellschaft für 3D Druck gegründet. Mit diesem Verein bauten sie einen 3D Drucker aus alten CD und DVD Laufwerken. Momentan schreibt er seiner Diplomarbeit “Wie erfahren Lehrende ELearning mit Gamification?”.

Stefan ReiboeckÜber Stefan Reiböck
Stefan Reiböck studierte Bioinformatik und war Studienassistent an der Fakultät für Informatik der Universität Wien. Derzeit arbeitet er an seiner Master Thesis zu einem mobilen Online Education Managementtool, im Bereich der Informatikdidaktik.
 

 

 


Andreas Steininger

Wie funktioniert eigentlich ein Mikroprozessor?
Wir schreiben Programme und lassen sie am Prozessor „ausführen“; wir hören immer wieder über „Transistoren“ und „Gigahertz“. – Aber wie funktioniert ein Prozessor wirklich?
Dieses Modul erklärt von Grund auf, wie mit Transistoren Schalter, Gatter, Speicher und schließlich ganze Mikroprozessoren realisiert werden. An einem Modell beobachten wir genau und schrittweise, wie ein Prozessor intern arbeitet; vom Holen eines Befehles bis zum Lesen und Schreiben von Registern und Statusbits.

Über Andreas Steininger
Andreas Steininger hat sein Diplomstudium in Elektrotechnik sowie seine Dissertation in Computertechnik an der TU Wien abgeschlossen. Er arbeitet dort seit 1988 als Forscher, derzeit  am Institut für Technische Informatik, wo er Lehrveranstaltungen, hauptsächlich im Bereich des digitalen Design, anbietet. In seinen Projekten und Publikationen beschäftigt er sich unter anderem mit fehlertoleranten Computern, Echtzeitkommunikation, sowie asynchronen (taktfreien) Computern.


Bernhard Löwenstein

Lego Mindstorms EV3 Robotics
Roboter üben auf uns eine besondere Faszination aus. Warum sie also nicht im Informatikunterricht einsetzen, um damit Kindern und Jugendlichen wichtige Konzepte der Computerprogrammierung näherzubringen? Mit der Mindstorms-Serie bietet der dänische Lego-Konzern seit Jahrzehnten interessante Roboter-Baukästen für den Ausbildungsbereich. Die TeilnehmerInnen können im Workshop eigene Roboter mit Lego Mindstorms EV3 konstruieren und lernen die grafische Programmieroberfläche dazu kennen.

Über Bernhard Löwenstein
Bernhard Löwenstein absolvierte das Diplomstudium Informatik und das Magisterstudium Informatikmanagement an der TU Wien und ist aktuell als selbstständiger IT-Trainer und Consultant tätig.
Im Jahr 2011 gründete er das gemeinnützige Institut zur Förderung des IT-Nachwuchses und führt seitdem mit seinen TrainerkollegInnen altersgerechte Technologie-Workshops für Kinder und Jugendliche durch, um diese für IT und Technik zu begeistern.


Inklusion mit neuen Medien – Dyslexia und das LITERACY-Portal
Barrierefreiheit („Accessibility“) im Informatikbereich ist eine Thematik die im Bereich der Wirtschaft und Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Leider existieren aber nur wenige Materialen um SchülerInnen die besonderen Herausforderungen und Möglichkeiten von Barrierefreien Design näher zu bringen. Zudem fehlt es auch an Informationsmaterial um LehrerInnen im Umgang mit betroffenen Jugendlichen zu unterstützen. In diesem Workshop soll am Beispiel von Dyslexia gezeigt werden welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen um diese SchülerInnen richtig zu fördern bzw. wie Jugendliche für diese Themen sensibilisiert werden können.Mag. Dominik Hagelkruys

Über Dominik Hagelkruys
Dominik Hagelkruys arbeitete von 2012-2015 als Projektmanager im EU-Projekt LITERACY und ist Doktorand im Fachbereich Wirtschaftsinformatik. Von 2007 bis 2012 studierte er Informatik und Geschichte an der Universität Wien und am „Institutionen för data- och systemvetenskap, DSV (Department of Computer and System Sciences)“, in Stockholm. In seiner Diplomarbeit behandelte er den Themenbereich Barrierefreiheit. Seit 2011 ist er auch als Informatiklehrer am Ballsportgymnasium Wien tätig. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Barrierefreiheit, Usability, Human-Computer-Interaction, e-Learning, Web-Technologien und Human-Centered Design.