IT4Blind

Zertifiziertes IT Training für sehbehinderte und blinde Menschen

Mit dem Projekt IT4Blind wird eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung für IT TrainerInnen von sehbehinderten und blinden Menschen ermöglicht. Bis dahin hatten IT TrainerInnen keine Möglichkeit, ihre Befähigung zum Unterricht dieser speziellen Zielgruppe nachzuweisen. Um eine standardisierte Qualifizierung sicherzustellen, wurde 2011 die Initiative IT4Blind gestartet. In Workshops wurde ein Syllabus zur Festlegung der relevanten Prüfungsthemen im Rahmen einer Zertifizierung erarbeitet und festgelegt. Die Entwicklung des Syllabus erfolgte in gemeinschaftlicher Arbeit mehrerer Projektpartner. Es waren an der Entwicklung neben Prof. Schmid vom BBI als Projektleiter und der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, vertreten durch Klaus Höckner, auch Vertreter der Hilfsmittelfirmen Baum, Handshake und TSB sowie zwei Vertreter des BBRZ Linz /RISS beteiligt. Prof. Erich Schmid unterrichtet am Bundes-Blindenerziehungsinstitut und erklärt die Motivation zur Inititative: "Die Schaffung einer Zertifizierung war notwendig, weil die IT-Einschulungen für blinde und sehbehinderte Menschen an Arbeitsplätzen bzw. Ausgabegeräten teilweise nicht sehr professionell erfolgt sind."

Die Zertifizierung

Für das Zertifizierungsverfahren sind drei Prüfungsmodule relevant. Es geht darin vor allem um Wissen über Sehstörungen, Hilfsmittel und Alltagshilfen, AT - Assistierende Technologien, Methodik, Medien aber auch um behindertengerechten Umgang und Softskills für Beratung und Training. Zertifizierte IT TrainerInnen wissen, wie ein Arbeitsplatz eines Sehbinderten hinsichtlich Ergonomie, Beleuchtung, Hilfsmittel und AT ausgestattet sein muss.

Die Zertifizierungsstelle ist die OCG. Die erforderlichen Voraussetzungen für die Anmeldung zur Prüfung sind im Syllabus definiert. Die Termine werden halbjährlich auf der Webseite der OCG ausgeschrieben. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig. Zur Sicherung des Qualitätsstandards müssen für die weitere Gültigkeit des Zertifikates einschlägige Fortbildungsveranstaltungen besucht werden.

Die ersten Zertifizierungsprüfungen wurden in Linz unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Klaus Miesenberger, Johannes Kepler Universität Linz und in Wien unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Wolfgang Zagler, TU Wien, abgehalten.