Information Studies

Motivation

…Shannon information cannot properly describe living organisms, language, culture and the various components of culture such as technology, science, economics and governance.“ (Robert K. Logan, 2011)

Der Umbruch, der im letzten Jahrhundert in Wissenschaft, Technik und Gesellschaft einsetzte und als "Informational Turn" bezeichnet werden kann, hat die Vision einer globalen nachhaltigen Informationsgesellschaft bei weitem nicht verwirklichen können: Die Gesellschaften sind nicht weise genug geworden, um selbstverschuldete Gefährdungen der menschlichen Zivilisation in Grenzen zu halten; die Techniken werden kaum auf die langfristige Perspektive der Sicherung einer weisen Gesellschaft hin entwickelt; den Wissenschaften fehlen zum Großteil die Grundlagen, die nötig sind, um fortschrittliche Techniken im Sinne der Herausbildung einer weisen Gesellschaft zu entwickeln.

Es fehlt ein einheitlicher Informationsbegriff, der in der Lage wäre, all die unterschiedlichen Informationsprozesse in materiellen, lebenden, sozialen und künstlichen Systemen zu beschreiben und zu erklären, obwohl die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Phänomen der Information auf allen Gebieten – die "Information Studies" – noch nie so vielfältig war.

Zukunftsfähige Problemlösungen setzen allerdings eine integrative Herangehensweise voraus: Die Community derer, die "Foundations of Information Science" diskutieren, die kulturelle Semiotik auf die "Biosemiotics" erweitert haben, die Engführung der Disziplinen auf die klassische Informationstheorie nach Claude E. Shannon überwinden wollen und auf eine neue "Science of Information" orientieren, ist im Wachsen begriffen (siehe z.B. http://soihub.org/about-us.php).

Der Arbeitskreis möchte dieser internationalen Entwicklung Rechnung tragen und die Grundlagen der Informationsprozesse in

  • physikalischen,
  • biotischen,
  • humanen und
  • artifiziellen Systemen

im Zusammenhang mit der

  • Kognition und verwandten Funktionen, mit der
  • Kommunikation und mit der
  • Kooperation in einem übersummativen Sinn

zum Thema machen.

Der Arbeitskreis sieht Treffen im monatlichen Rhythmus vor. Diese werden online angekündigt.

Ziele

Der Arbeitskreis soll beitragen

  • zur Etablierung einer Wissenschaft von der Information, der Informationstechnologie und der Informationsgesellschaft als eigenständige, transdisziplinäre Wissenschaft (Science of Information);
  • zu einem umfassenderen Verständnis der Informationsprozesse in natürlichen, gesellschaftlichen und technischen Systemen;
  • zur Erarbeitung solcher Anwendungen neuer Erkenntnisse, die einen Fortschritt der gesellschaftlichen Entwicklung in Frieden und Freiheit unterstützen können.

Aufgaben

Erreicht werden sollen diese Ziele durch

  • die Förderung des wissenschaftlichen Austausches zwischen den unterschiedlichsten Disziplinen, Ansätzen und Problemstellungen, die Informationsprozesse behandeln (Information Studies);
  • die Vernetzung von ForscherInnen und Gruppen auf dem Gebiet der Information Studies;
  • die Zusammenarbeit mit der International Society for Information Studies;
  • die Einbeziehung der interessierten Öffentlichkeit.