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Wissenschaft braucht Kreativität - LNF26 in der OCG

27.04.2026

Wissenschaft braucht Kreativität - LNF26 in der OCG

Im virtuellen Raum sprayen, mit dem Biber der Informatik rätseln, Roboter hautnah erleben, mit einer "verkörperten KI" interagieren oder ein KI-Modell trainieren - das und einiges mehr stand am Freitag, den 24. April 2026, bei der Langen Nacht der Forschung in der OCG am Programm. Rund 430 Besucher*innen kamen in die Räumlichkeiten der Österreichischen Computer Gesellschaft im Herzen Wiens.

Viel Kreativität mit KI und Co.

An der interaktiven Station InterSTEAM Creative Tech Lab: Die Kunst der Künstlichen Intelligenz gestalteten die Gäste mit Hilfe von Algorithmen eigene digitale Kunstwerke, spannende Geschichten, Videos und Musik. An der Station KI verstehen & prompten: Wie Maschinen lernen konnten neugierige Besucher*innen selbst ein KI-Modell trainieren, das Katzen und Hunde unterscheidet. Dabei wurde anschaulich erklärt, wie Maschinen aus Beispielen lernen und welche Rolle sogenannte „Features“ spielen, also Merkmale, die eine KI zur Unterscheidung nutzt.

Besonders beliebt war dieses Jahr die Mitmachstation Uncanny Valley: Wann Roboter unheimlich wirken, die ganz ohne digitale Technik auskam. Dort drehte sich alles um die Frage, welche ästhetischen Merkmale einen Roboter sympathisch machen und welche unheimlich. Mit Schablonen aus dem 3D-Drucker kombinierten die Besucher*innen verschiedene Gesichts- und Körpermerkmale und erforschen zeichnerisch, wie Proportionen und Form von Robotern unsere Gefühle beeinflussen. 

Zeichnungen von Robotern
Gar nicht unheimlich sind die Roboter-Entwürfe der LNF-Besucher*innen; Foto: OCG

Digitale Technologien können kreative Ausdrucksformen erweitern und neue sichere Lernräume für Kunst, Experimentieren und spielerisches Ausprobieren schaffen. Das zeigte die Station Virtuelles Graffiti: Sprayen ohne Spraydose. Mittels Virtual Reality konnten sich alle, die einen Slot für das VR-Erlebnis ergatterten, als Sprayer*innen im virtuellen Raum austoben. Über einen Bildschirm wurde alles was sich in VR abspielte, auch in Real Life mitverfolgt. 

Ein echter Roboter spielte die Hauptrolle an der Station Interaktion mit einer „verkörperten KI". Hautnah lernten die Besucher*innen die physische Verkörperung von KI kennen: den Robotont - ein Roboter der im Rahmen des EU-Projekts ARAISE gebaut wurde. Er macht intelligente Systeme durch Sensoren und Bewegung im Raum verständlich. Interessierte Gäste steuerten den Roboter mittels Gestensteuerung und Gamepad durch einen Hindernis-Parcours. 

Martin Kandlhofer präsentiert den Robotont
Robotont aus dem Projekt ARAISE; Foto: OCG

 

Informatisches Denken und Programmieren

Keine Lange Nacht der Forschung ohne unseren Biber der Informatik. Groß und Klein testeten, ob sie die kniffligen Logik-Aufgaben, die beim internationalen Schüler*innen Wettbewerb gestellt wurden, lösen können. Spielerisch und ganz ohne Technik zeigt der Biber, dass Informatik nicht nur aus Programmieren besteht, sondern vor allem aus logischem Denken, Strukturieren und klugem Planen. Interessierte konnten zudem auch ein von der OCG entwickeltes Programm testen, mit dem alle vom Kindergarten- bis zum Pensionsalter Programmieren lernen können: Mit sehr einfachen Befehlen (blockbasierte Programmiersprache), konnten die Besucher*innen eigene Mandalas und andere Zeichnungen erstellen.

Besucher*innen bei der LNF26 in der OCG stehen vor den Stationen
Hier wird fleißig programmiert, gerätselt und gepromtet; Foto: OCG

 

Wie mithilfe von digitalen Daten textile oder geplottete Ergebnisse zum Anfassen entstehen, konnte man im Mini Makers Lab erleben. Anhand verschiedener Programme wurde live gezeigt, wie digitale Designs vorbereitet und von den Maschinen umgesetzt werden. Dabei kam auch kreative Programmierung zum Einsatz, etwa mit Turtle Stitch, um spannende Muster und Strukturen zu erzeugen. Die genialen geplotteten Sticker - entworfen von OCG Mitarbeiterin Alena Boucher - gingen Weg wie die sprichwörtlichen "warmen Semmeln".

Der Zemanek Saal der OCG mit Stationen der Langen Nacht der Forschung, Besucher*innen und OCG Team
Im Zemanek Saal wurde fleißig geforscht und gewerkt; Foto: OCG
Frisch geplottete Sticker
Frisch geplottete Sticker; Foto: OCG

Und alle die genauer verstehen wollten, wie maschinelles Lernen funktioniert und worauf es beim Prompten ankommt, konnten mit dem webbasierten Tool Teachable Machine selbst ein KI-Modell trainieren, das Katzen und Hunde unterscheidet. Unser Team erklärte bei dieser Station, wie Maschinen aus Beispielen lernen und welche Rolle sogenannte „Features“ spielen, also Merkmale, die eine KI zur Unterscheidung nutzt.

Das Team Innovation, Forschung, Produktentwicklung & Projekte mit Martin Kandlhofer, Wilfried Baumann und Alena Boucher, unterstützt von den OCG Zivildienern Leander und Elias sowie zahlreichen engagierten Unterstützer*innen hat wieder großartigen Einsatz gezeigt und so dazu beigetragen Forschung begreifbar zu machen. 

 

Zur Langen Nacht der Forschung

Die Lange Nacht der Forschung feierte dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Sie findet alle zwei Jahre statt und hat sich zum größten Event für Wissenschaftskommunikation im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Lange Nacht der Forschung 2026