Tag der Weiterbildung 2026: Mehr als Wissensvermittlung
Wie bleibt Österreich im globalen Wettbewerb zukunftsfit? Beim 18. Tag der Weiterbildung in Wien stand genau diese Frage im Zentrum. Die OCG war heuer als neuer Kooperationspartner, vertreten durch Geschäftsführer Ronald Bieber, erstmals mit dabei.
Christian Bayer, Sprecher der Plattform Erwachsenenbildung, und Georg Pfeifer, Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in Österreich, betonten in ihrer Eröffnung die Bedeutung von lebenslangem Lernen, Austausch und Zusammenarbeit für die Bewältigung künftiger Herausforderungen. In zwei Podiumsdiskussionen wurde Weiterbildung als strategischer Hebel für Innovation, Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit diskutiert sowie die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit, um den Wandel erfolgreich zu gestalten. Drei Best-Practice-Projekte zeigten konkret, wie aus der Erwachsenenbildung: von der verantwortungsvollen Nutzung Künstlicher Intelligenz über die Reintegration junger Menschen in Bildung und Arbeitsmarkt bis hin zur Ausbildung von Social Impact Manager*innen für regionale Entwicklungsprojekte. Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation der Weiterbildungsstudie 2026.
Ergebnisse der Weiterbildungsstudie 2026
Ulli Röhsner von MAKAM Research präsentierte die Studie, für die 200 HR-Verantwortliche und Geschäftsführer*innen österreichischer Unternehmen ab 20 Mitarbeiter*innen befragt wurden.
Die Top-3-Weiterbildungsthemen 2026 sind:
- Digitalisierung und KI mit 68% (Werte kumuliert aus 3 Rangfragen)
- Persönlichkeitsentwicklung mit 47%
- Management und Unternehmensführung mit 42%
Gefahr von Cybercrime wird unterschätzt
Interessant ist, dass die geschätzte Bedeutung von Weiterbildung im Bereich IT-Sicherheit von 26% im Vorjahr auf nur 11% gesunken ist.
"Diese Entwicklung steht im Widerspruch zur steigenden Bedrohungslage durch Cyberangriffe. Selbst wenn die Technik Sicherheitsmechanismen installieren kann, ist der Mensch das größte Einfallstor für Cyberangriffe. Daher sind Weiterbildungen in diesem Bereich unumgänglich", gibt Ronald Bieber zu bedenken.
Die OCG bietet mit ICDL und dem OCG Cybersecurity Zertifikat konkrete Antworten auf diese Herausforderungen. Das OCG Cybersecurity Zertifikat wurde speziell für die breite Qualifizierung von Mitarbeiter*innen von Unternehmen entwickelt haben.
Jedes 2. Unternehmen will Unterstützung
Die Studie zeigt auch, dass sich jedes zweite Unternehmen begleitende Beratung bei der Implementierung der Weiterbildungsprogramme wünscht. Die Österreichische Computer Gesellschaft kann hier auf langjährige Erfahrung bei der Unterstützung von Unternehmen zur Etablierung dieses Weiterbildungsangebots setzen. Das Erfolgsprogramm ICDL (International Certification of Digital Literacy) wird nicht nur von Privatpersonen, sondern auch in Schulen und Unternehmen als eigenes Weiterbildungsangebot in Anspruch genommen. Das Erfolgsrezept ist dabei, dass dieses internationale, unabhängige und klar standardisierte Zertifizierungsprogramm, die wichtigsten digitalen Skills von grundlegend bis fortgeschritten abdeckt und dabei sowohl dem EU-weiten als auch dem nationalen Kompetenzrahmen für Digitale Bildung (EU Digital Competence Framework, DigComp 2.2 AT) entspricht.
Konkreter Weiterbildungsbedarf bei KI vielfältig
Die Studie zeigte, dass der Bedarf von KI-Weiterbildung breit aufgestellt ist: Im Schnitt nannten die Unternehmen 3,3 unterschiedliche Bedarfe gleichzeitig.
Die fünf meistgewählten Themen waren:
- Grundlagenwissen zu KI
- strategischer Einsatz im Unternehmen
- generative KI
- Prompt Engineering
- KI-Tools
Mit ICDL KI gibt es jetzt ein Modul, den steigenden Bedarf an KI-Kompetenzen adressiert.
Die Ergebnisse unterstreichen den stark wachsenden Stellenwert von Weiterbildung:
- 68 % der Unternehmen erwarten eine weitere Bedeutungszunahme.
- 80 % sehen Weiterbildung als wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens im europäischen Marktumfeld.
- Digitale Lernformen und Blended Learning gewinnen weiter an Bedeutung.
- 31% der Unternehmen investieren verstärkt in Qualifizierungsmaßnahmen, weitere 43 % halten ihr Weiterbildungsbudget konstant.
- Und 80 % der HR-Verantwortlichen stehen dem Einsatz von KI positiv gegenüber.
Die vollständige Studie liefert weitere Einblicke und steht hier zum Download bereit.
Weiterbildung als strategisches Change Management
Im Panel „Wirtschaftsstandort Österreich – Mit Weiterbildung zur Zukunftsfitness“ diskutierten OCG-Geschäftsführer Ronald Bieber, Nina Fietz, Georg Konetzky und Martin Röhsner über die Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf Unternehmen, Mitarbeiter*innen und das Bildungssystem. Weiterbildung und digitale Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen wurden als entscheidender Faktor gesehen, um den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig wettbewerbsfähig und zukunftsfit zu halten.
Wobei sich das Verständnis von Weiterbildung wandelt: Neben der Wissensvermittlung wird sie zunehmend auch als Ressource für Beratung, Begleitung und Change Management verstanden. Ängste gegenüber Künstlicher Intelligenz durch Kompetenzaufbau, transparente Kommunikation und aktive Einbindung der Mitarbeiter*innen müssen weiter abgebaut werden.
Die Diskussionsteilnehmer*innen waren sich einig, dass Investitionen in Bildung und Weiterbildung zu den wichtigsten Zukunftsinvestitionen zählen. Ebenso wichtig seien geeignete Rahmenbedingungen und Förderungen, um Weiterbildung für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Die Veranstaltung machte deutlich: Weiterbildung ist kein "Nice-to-have" – sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Österreichs Zukunft.